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Versuche mit der Schleuderstrahltechnik

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Die Schleuderstrahltechnologie ist eine neuartige Maschinen-
und Verfahrenstechnik. Sie ermöglicht eine weitgehende
Mechanisierung des Baus von Lehmhäusern, der damit
kostengünstiger als bei vergleichbaren herkömmlichen Bauten
wird. Versuche mit dieser neuen Technik und ihre Ergebnisse
haben ein großes Innovationspotential erwiesen.

Das Bauen mit Lehm geht bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte
zurück und stellt noch heute, weltweit gesehen, eine der wichtigsten
Bauweisen dar, wenn man die Drittweltländer einbezieht. Der
verwendete Lehm weist oft nicht die standardisierte und genormte
Reinheit auf, wie sie gegenwärtig von verschiedenen Fachleuten,
Firmen und Institutionen in Deutschland angestrebt wird. Bei der
überwiegenden Zahl der Lehmbauten in aller Welt wird als Baustoff
sehr stark lehm- bzw. tonhaltiger Boden genutzt.

Da Transporte in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte schwierig,
aufwendig und langwierig waren, wurden Siedlungen dort errichtet,
wo es geeigneten Lehm gab. Gewinnungsstätte und Bauplatz lagen
dicht beieinander. Diese gute alte Sitte läßt sich in moderner
Form wieder einführen: Das mechanisierte Bauen mit Lehm in Form
der Schleuderstrahltechnologie ermöglicht es z.B., den
Baugrubenaushub zur Herstellung von Wänden und anderen
Teilen der Bauwerke zu nutzen.

Im Mittelalter und auch danach war Lehmbau – als Fachwerk- oder
Stampflehmbau – den wenig begüterten Schichten vorbehalten,
die sich teure Bruchsteine oder kostspielige gebrannte Ziegel
nicht leisten konnten. In der zweiten Hälfte des 18. und
Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich auf der
Grundlage von Anregungen aus Frankreich der Stampflehmbau
in Deutschland als eine preiswerte Bauweise. Die damals
erschienene Literatur und die teilweise erhaltenen und
noch bewohnten Häuser bezeugen, daß man weniger reinen
Lehm als vielmehr lehm- bzw. tonhaltiges Erdreich als
Baustoff benutzte.1

In Weilburg an der Lahn stehen heute noch zwanzig derartige, 120 bis
150 Jahre alte, bewohnte Lehmhäuser. Äußerlich sind diese Häuser
nicht als Lehmhäuser erkennbar, weil zum Schutz feuchtigkeits-
und nässeabweisende Oberflächenschichten – vor allem Putz –
aufgebracht wurden. Das höchste dieser Stampflehmhäuser,
für die man heute in dieser Form keine Baugenehmigung erhalten
würde, weist sechs Vollgeschosse auf. Lehm ist in allen diesen
Häusern der ausschließlich tragende Baustoff.

Diese und viele andere gut erhaltene Lehmhäuser sind Beweise dafür,
daß Lehmbauten mindestens die gleiche Lebensdauer haben wie Häuser
aus Kalksandstein oder sog. modernen Baumaterialien. Lehm ist ein
hochmoderner Baustoff, wenn man an Ressourcenerhalt und Schonung
unserer Umwelt denkt. Deshalb rückte der Lehmbau in den letzten
Jahrzehnten ins Blickfeld umweltbewußter Bauherren, wobei die
höheren Kosten durch Eigenleistungen ausgeglichen wurden.

Mit der Schleuderstrahltechnologie verfügen wir über eine
Verfahrensweise, die das Bauen revolutionieren kann, weil sie
ökologische und ökonomische Vorteile in optimaler Weise verbindet.
Vorerst ist dabei an Ein- und Mehrfamilienhäuser mit zwei bis
drei Geschossen gedacht; später können auch höhere Bauten
errichtet werden.

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Die Schleuderstrahltechnik

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Schleuderstrahlen war ursprünglich zur Verfüllung von
Hohlräumen mit Aufbereitungsgängen und Bergen gedacht,
die durch den Steinkohleabbau unter Tage entstanden,
ebenso als Substitutionsverfahren zum teuren und aufwendigen
Blasversatz. Die Technologie wurde vor mehr als zehn Jahren
am damaligen Institut für Bergbaukunde II der RWTH Aachen
entwickelt, dem der Verfasser 17 Jahre lang vorstand; sie
ist in über 20 Ländern durch Patente geschützt. Als der
deutsche Bergbau wegen rückläufiger Förderung unter dem
Zwang der Kostensenkung dazu überging, vorwiegend Abbau mit
Bruchbau zu betreiben und auf die Versatzeinbringung fast
vollständig verzichtete, wurden systematisch neue
Anwendungsfelder für die Schleuderstrahltechnologie gesucht.

Es stellte sich zunächst heraus, daß die Technik in der Lage ist,
sämtliche stückigen, körnigen, pastösen und flüssig-teigigen
Stoffe in gut gebündelten Strahlen mit hohen Geschwindigkeiten
über größere Entfernungen hinweg zu schleudern. Am Auftreffort
ergaben sich – den benutzten Materialien und Geschwindigkeiten
entsprechend – hohe Verdichtungsgrade. Die systematischen
Untersuchungen erschlossen Anwendungen im Bergbau, in der
Bauindustrie, in Umwelt- und Aufbereitungstechnik sowie für
die Oberflächenbehandlung. Für die Bauindustrie waren die
Substitution des Spritzbetons durch Schleuderstrahlbeton und
das Einbringen von Deponieabdichtungen zur Sanierung von
Altlasten besonders interessant.

Schleuderstrahlmaschinen besitzen ein schnell umlaufendes
Pumpenrad mit vorzugsweise radial angeordneten Schaufeln, das
auf dem größten Teil seines Umfanges von einem dicht
anliegenden Gehäusegurt umschlossen ist. Das durchzusetzende
Material wird dem Schleuderrad axial zugeführt, wobei der
über Rollen umgeleitete Gehäusegurt für einen tangentialen
Austrag sorgt. Die Antriebsmaschine ist direkt mit dem
Achsstummel der Schleuderrades gekoppelt, wobei der Antrieb
elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch direkt durch
Zwischengetriebe oder über Keilriemen erfolgen kann.
Drehzahl, Raddurchmesser, Radhöhe, Schaufelzahl und -form
richten sich nach dem Anwendungszweck und dem durchzusetzenden
Material.

Abhängig vom jeweiligen Einsatzfall müssen besondere Zufuhr-
und/oder Austragseinrichtungen vorgesehen werden.
Schleuderstrahlmaschinen mit 30 cm Raddurchmesser sind in der
Lage, je nach Materialbeschaffenheit bis zu 20 m³/h
durchzusetzen. Schleuderräder mit 90 cm Durchmesser kommen
auf 300-350 m³/h. Für das mechanisierte Bauen mit Lehm
scheinen Schleuderstrahlmaschinen mit 6-10 m³/h aufgrund der
bisherigen Untersuchungen optimal zu sein. Die Schleuderräder
müßten demzufolge Raddurchmesser von 15 oder 20 cm haben.

Die zu wählende Geschwindigkeit es Schleuderstrahls richtet
sich ebenfalls nach dem jeweiligen Anwendungsfall. Sie kann
bis 100 m/s betragen. Das ist der Fall, wenn die Technik zur
Zerkleinerung von Erz oder Gestein benutzt werden soll. Für
die Versatzeinbringung, die im polnischen Steinkohlenbergbau
wegen der außerordentlich großen Bergschäden unter den
Großstädten Oberschlesiens einsetzbar ist, erwiesen sich
Schleuderstrahlgeschwindigkeiten von 35-45 m/s als besonders
günstig. Bei der Herstellung von Schleuderstrahlbeton zur
Substitution des Spritzbetons führten Geschwindigkeiten von
25-32 m/s zu den besten Ergebnissen. Die bisherigen
Versuchsreihen zum mechanisierten Bauen mit Lehm haben
gezeigt, daß die Geschwindigkeiten zwischen 35 und 40 m/s
liegen sollten, weil in diesem Bereich mit erdfeuchtem
Material besonders hohe Verdichtungswirkungen erzielt
werden.

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Von der Spritzbetonsubstitution zum mechanisierten Lehmbau

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Spritzbeton, besonders wenn er im Tunnelbau verwendet wird,
hat vielfältige technische, verfahrenstechnische und
gesundheitliche Nachteile. Zum einen muß ihm stets viel
Wasser beigemischt werden, so daß die Betonqualität
ungenügend ist und die Spritzbetonschale nicht in die
statische Berechnung einbezogen werden kann. Zum anderen ist
der Rückprall sehr groß. Er kann bis zu 30 % betragen und muß
wegen chemischer Beimischungen zur Verbesserung von Abbinden
und Haftung als Sondermüll entsorgt werden. Schließlich
geraten unbefeuchtete Zementteilchen in die Umgebungsluft, so
daß die Belegschaften einer ständigen Gesundheitsgefährdung
ausgesetzt sind und Berufsgenossenschaften wieder ein
Ansteigen der früher gefürchteten und seit Jahrzehnten
verbannten Staublungenkrankheit verzeichnen.

Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren wurden im Auftrag
eines der größten deutschen Bauunternehmen am damaligen
Institut für Bergbaukunde II der RWTH Aachen systematische
Untersuchungen durchgeführt, um die Schleuderstrahltechnologie
verfahrens- und maschinentechnisch den Anforderungen zur
Herstellung von hochwertigem Spritzbeton anzupassen. Die dabei
hergestellten Proben hatten beim erfolgreichen Abschluß der
Untersuchungen wegen der hohen Verdichtungswirkung der
auftreffenden Schleuderstrahlen bessere Materialqualitäten als
herkömmlicher Beton. Vor allem konnten die Wasser-Zementwerte
und das Mischungsverhältnis mit dem Zuschlagstoff exakt
eingehalten werden. Der Rückprall wurde nahezu komplett
beseitigt.

Um eine gleichmäßig hohe Qualität zu erreichen, wurde als
zusätzliche Verfahrenskomponente eine Betonmischeinrichtung
entwickelt, die im On-Line-Verfahren arbeitet und in der Lage
ist, in 0,8 s Beton herzustellen. Diese Mischeinrichtung wird
der Schleuderstrahlmaschine vorgeschaltet. Sie kann in
abgewandelter Form auch beim Lehmbau genutzt werden, wenn der
Lehm in trockenem Zustand zugeführt wird. Ein großer Teil der
Erfahrungen bei der Entwicklung des Schleuderstrahlbetons und
die guten Ergebnisse lassen sich unmittelbar auf das
mechanisierte Bauen mit Lehm übertragen, wenngleich wegen der
Unterschiede in der Materialbeschaffenheit weitere
Untersuchungen erforderlich sind und eine speziell auf den
Lehmbau zugeschnittene Schleuderstrahlmaschine entwickelt und
gebaut werden muß. Die erste betrieblich einsetzbare Maschine
zur Herstellung von Schleuderstrahlbeton wurde Mitte des
Jahres 1997 an den Auftraggeber ausgeliefert.

Interessant für das mechanisierte Bauen mit Lehm sind auch
Untersuchungen, die vor fünf Jahren bei der Entwicklung eines
Verfahrens zur nachträglichen Abdichtung gefahrenträchtiger
Altdeponien mit Dichtmaterialien durchgeführt wurden. Dabei
konnten wegen der hohen Geschwindigkeiten der auftreffenden
Strahlen auf Anhieb Dichtwerte erreicht werden, die um eine
Zehnerpotenz günstiger lagen als die Vorgaben der TA-Abfall.

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Versuche mit dem Baustoff Lehm

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Nach erfolgreichem Abschluß der Versuche mit Schleuderstrahlbeton
lag es nahe, Versuche mit Lehm und lehmhaltigen Böden
durchzuführen. Bereits die ersten Tastversuche führten zu
erstaunlich günstigen Ergebnissen. Es können gut gebündelte
Lehmstrahlen mit hoher Geschwindigkeit erzeugt werden. Deren
hohe Auftreffgeschwindigkeit führt auch bei Materialien mit
geringem Feuchtigkeitsgehalt zu Verdichtungswirkungen, die
über der bei normalen Stampflehmbauten erreichbaren
Verdichtung liegen. Das Material kann Steine und andere
Verunreinigungen enthalten, wobei Steine bei den kleinen
Maschinengrößen bis zu 50 mm messen können. Faserförmige
Stoffe, z.B. Stroh, können beigemischt werden, um die
Festigkeit erheblich zu erhöhen.

Wenn der Lehmstrahl mit extrem kurzer Belichtungszeit fotografiert
wird, läßt sich feststellen, daß er aus einer sich mit hoher
Geschwindigkeit bewegenden, schnellen Folge kleinerer
Portionen besteht. Beim Auftreffen bewirken sie ein „Hämmern"
mit hoher Energie auf den Untergrund, was die hohe
Verdichtung bewirkt. Welche Verbandsfestigkeiten erreicht
werden, zeigt ein Versuch, bei dem die Schwenkeinrichtung der
Maschine ausgefallen war, so daß der Strahl einige Zeit an
der gleichen Stelle auftraf und sofort einen außerordentlich
festen Kegel ausbildete.

Es wäre auch möglich, Lehmsteine mit der Schleuderstrahltechnologie
herzustellen. Dabei würden jedoch die wirtschaftlichen
Vorteile des Verfahrens z.T. ungenutzt bleiben, weil die
Bauwerke anschließend in herkömmlicher Weise hergestellt
werden müßten. Der wirtschaftliche Vorteil der
Schleuderstrahltechnologie liegt in der mechanisierten
Herstellung der Baukörper auf der Baustelle. Für Häuser, die
in Stampflehmbauweise hergestellt werden, ist es aufgrund
bisheriger Untersuchungen möglich, zwischen zwei Schalungen,
vorzugsweise zwei verlorenen Schalungen, komplette Wände mit
Schleuderstrahlmaschinen herzustellen. Dies wurde bei
zahlreichen Versuchen simuliert. Bei Bauwerken, die in
Ständerbauweise hergestellt werden, läßt sich die
Schleuderstrahltechnologie zur Verfüllung der Zwischenräume
nutzen, wobei dem Lehm in diesem Falle wärmedämmende
Materialien, wie Kork, beigemischt werden können, da die
Wände hier keine Trageigenschaften haben müssen. Mit der
Schleuderstrahltechnik läßt sich ferner Lehm auf Dämmplatten,
beispielsweise Strohmatten, auftragen. Vor allem besteht
jedoch ein ganz entscheidender wirtschaftlicher und auch
ökologischer Vorteil darin, daß es aufgrund der bisherigen
Untersuchungen möglich wird, mit der Schleuderstrahltechnik
den Baugrubenaushub zur Herstellung von Baukörpern aus Lehm
zu nutzen.
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Anwendung auf Baustellen

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Schleuderstrahlmaschinen für das mechanisierte Bauen mit Lehm,
die Leistungsfähigkeiten zwischen 6 und 10 m³/h haben, können
in Abmessungen von 50 x 50 x 15 cm hergestellt werden. Sie
werden an entsprechenden Tragvorrichtungen – gespannten
Seilen oder verfahrbaren Haltekonstruktionen – aufgehängt.
Die Zufuhr kann sowohl im Dickstromverfahren mit
entsprechenden Pumpen als auch im Dünnstromverfahren
pneumatisch erfolgen. Welches Verfahren gewählt wird, richtet
sich nach den jeweiligen Details auf der Baustelle.

Sowohl bei der Anwendung im Massivlehmbau als auch für
Ständerkonstruktion können Fenster- und Türrahmen vor dem
mechanisierten Einbringen des Lehms positioniert und
Installationsleitungen für Strom (Leerrohre), Wasser, Heizung
und Abwasser eingelegt werden. Die Leistungsfähigkeit der
Methode ist außerordentlich groß. Für die Errichtung einer
Stampflehmwand von 2,5 m Höhe und 4 m Breite wäre aufgrund
der Ergebnisse bisheriger Untersuchungen deutlich weniger als
eine Stunde nötig. Für vergleichbare Gewerke
(Rohbauherstellung, Einsetzen von Fenster- und Türrahmen,
Einlegen der Leerrohre für die Installation) sind
Kosteneinsparungen von mehr als 20 % zu erwarten. Dies
eröffnet dem Lehmbau einen völlig neuen Interessentenkreis:
Bauherren, die sich primär nicht aus ökologischen, sondern
aus wirtschaftlichen Gründen für den Lehmbau interessieren,
die Umweltvorteile jedoch gern zusätzlich nutzen. Der Lehmbau
könnte auf diese Weise eine ganz erhebliche, im Augenblick
noch nicht überschaubare Verbreitung finden.

Die bisherigen Untersuchungen wiesen die grundsätzliche
Realisierbarkeit des mechanisierten Bauens mit Lehm nach.
Darüber hinaus wurden bereits wertvolle Kenntnisse über die
Details der Verfahrens- und Maschinentechnik gesammelt.
Dennoch bedarf es noch eines zusätzlichen
Untersuchungsprogramms von etwa sechs bis neunmonatiger Dauer.
Aufbauend auf den bei der Entwicklung der Maschinen- und
Verfahrenstechnik für den Schleuderstrahlbeton gesammelten
Erfahrungen läßt sich zusammenfassen, daß es nur empirisch
möglich ist, eine für Baustellen geeignete
Lehm-Schleuderstrahlmaschine zu entwickeln. Erforderliche
Untersuchungen zur Herstellung kompletter Lehmwände, zur
Auswahl der geeignetsten Schalungen und zur Erprobung
unterschiedlicher Richtungen des Lehmstrahls können mit einer
vorhandenen Maschine durchgeführt werden, die für den Lehmbau
allerdings etwas zu groß ist. Mit dieser Maschine können auch
Einlauforgane und Austragseinrichtungen auf die speziellen
Anforderungen des Baustoffs Lehms zugeschnitten werden.
Gemessen an den zu erwartenden Vorteilen sind die
aufzuwendenden Kosten für Versuche und Untersuchungen bis zum
Bau eines ersten mechanisiert errichteten Lehmhauses relativ
gering. Nach bisherigen Schätzungen ist hierfür ein Aufwand
von etwa 0,5 Mio. DM erforderlich.

Innovationen, die neue Arbeitsplätze schaffen, werden von
Politikern aller Couleur, von Industrieverbänden und
Gewerkschaften fast täglich in den Medien gefordert.
Innovationen zur Schonung unserer Umwelt und Erhaltung der
Ressourcen sind eine Verpflichtung gegenüber unseren
Nachkommen. Die Ausweitung des Lehmbaus durch Mechanisierung
der Bauarbeiten wird beiden Forderungen gerecht: Lehmbau ist
die bislang einzige Baumethode, die sich mechanisieren läßt,
damit Kostenvorteile bringt und trotz des höheren deutschen
Lohnniveaus ein wirtschaftliches Bauen ermöglicht. Damit
verspricht dieses Verfahren auch, einen Beitrag zum Erhalt
und zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu leisten.

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Klaus Spies

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Anmerkungen

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1 |
Das 1790 in
Frankreich erschienene Buch des französischen Architekten F.
Cointeraux „Ecole d’Architecture Rurale" erschien 1793 in
Deutschland als „Schule der Landbaukunst oder Unterricht,
durch welchen jeder die Kunst erlernen kann, Häuser von
etlichen Geschossen aus bloßem Erd- oder anderem sehr gemeinen
und höchst wohlfeilen Baustoff selbst dauerhaft zu erbauen".

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