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Wenn wir uns dem länderübergreifenden Studium der
traditionellen Technik des Wellerbaus - italienisch
massone, französisch bauge, englisch cob - widmen, mag
das auf den ersten Blick seltsam erscheinen. Dennoch ist
es wichtig, denn man kann eine neue Bauweise nicht
entwickeln, ohne sich die Tradition zu vergegenwärtigen,
und ebensowenig kommt die denkmalpflegerische
Wiederherstellung ohne Blick auf den aktuellen
Materialgebrauch und in die Zukunft aus.

Interdisziplinäre Nachforschungen auf dem Gebiet
traditioneller Lehmbautechniken sind v.a. unter
technologischen Gesichtspunkten notwendig. Die Analyse der
traditionellen Techniken kann zeitgenössischen Bauweisen
vielfältige Anstöße geben und in unterschiedlichen
Zusammenhängen nützlich sein. So lassen sich beispielsweise
technische und typologische Lösungen gewinnen, die eine
Optimierung der Mischverfahren für die Vorbereitung des
Baumaterials ermöglichen oder vergessene, jedoch ungemein
wirksame Befestigungsmethoden handwerklich wiederbeleben
können. Aus der Synthese der wiederentdeckten Techniken mit
unserem modernen Wissens- und Kenntnisstand können die
innovativen Methoden, Verfahren und Materialien entwickelt
werden, die für Denkmalpflege, Sanierung und Neubau von
Gebäuden in randständigen Bauweisen wie dem Lehmbau
erforderlich sind. Dafür besteht überall in Europa Bedarf,
weil der Lehmbau ein gesamteuropäisches Erbe ist. Diese
innovativen Techniken zeichnen sich dadurch aus, daß sie
auch Bauherren mit begrenzten Mitteln zugänglich sind. Wir
ziehen aus diesen Überlegungen die allgemeine Folgerung, daß
Lehm an der Seite eingeführter, aktueller europäischer
Baumaterialien Eingang in den technischen Wissensschatz der
Planer finden sollte.

Dies erfordert Aktivitäten zur Ausbildung, Fortbildung und
Verbreitung. Ohne diese Anstrengungen wird sich Lehm als ein
nach wie vor aktuelles Baumaterial zur Realisierung neuer
Architektur mit zeitgenössischer Handschrift
kaum durchsetzen können:

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1. |
Eine Popularisierung ist von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung des Fachwortschatzes und technischen Wissens. Sie ist eine der Voraussetzungen, um die Aufmerksamkeit auf den Lehmbau zu lenken und ihn aus den Nischen des Experimentierens
und der Ökologen herauszuholen.
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2. |
Die Erhaltung und Rekonstruktion des bestehenden Lehmbauerbes ist zu gewährleisten. Vorurteile und negative Bilder haben sich fast überall mit dem Lehmbau verbunden. Sie sind die wichtigsten Hindernisse von Aktivitäten, die eine neue Wertschätzung und die Erhaltung des historischen Lehmbauerbes erreichen wollen. Wird dieser Mentalität nichts entgegengesetzt, ginge das Lehmbauerbe verloren, und damit würde ein sehr wichtiger
Zweig der Materialkultur ausgelöscht.
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Regionale Ausprägungen

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Italien besitzt einen bemerkenswerten, doch nicht
ausreichend untersuchten Bestand in Lehmbauweise.
Eine 1950 von dem Geografen Osvaldo Baldacci erstellte
Karte zeigt unterschiedliche Lehmbauregionen. Als
Ergebnis einer ersten Untersuchung über Lehm als
ländliches, regionales Baumaterial bietet diese Karte
trotz aller Veränderungen in den vergangenen Jahren eine
wichtige Übersicht über die verschiedenen
Lehmbauregionen in Italien. Auf unserer Halbinsel kamen
verschiedene Techniken zum Einsatz,
die lokale Unterschiede aufweisen:

Die terra battuta-Bauweise (Stampflehm- bzw.
Pisé-Bauweise) ist weit verbreitet in Piemont, und zwar im
Lehmdreieck zwischen den Flüssen Tanaro, Orbia und Scrivia,
auch zwischen den Städten Tortona, Alessandria und Novi
Ligure. Hier befindet sich ein ausgedehnter Bestand, der
sich mit den Jahren durch technische und typologische
Spielarten veränderte und zugleich von sozialen und
ökonomischen Veränderungen zeugt. Auf diese Weise entstanden
vereinzelte Landhäuser, Landgehöfte, Bauernhöfe,
halbstädtische Gebäude, Wohngebäude, Häuser, Reihenhäuser
sowie Schulen, Kirchen und Landfriedhöfe. Die
Lehmbeschaffenheit und äußere Einflüsse führten zu weiter
Verbreitung des Stampflehmbaus in dieser
Region, z.Zt. etwa 30 % des Gesamtbestands.

Eine präzise Bestandsaufnahme ist schwierig, da verputzte
Gebäude die Bauweise nicht erkennen lassen. Oft handelt es
sich um Mischbauweisen, z.B. Stampflehmfüllungen zwischen
Backsteinpilastern. Dieses Bauart tritt besonders in den
Randzonen der erwähnten Region auf,
wo der Lehm weniger geeignet ist.

Außerhalb Piemonts gibt es verstreut andere
Stampflehmgebäude, etwa in der Toskana im Val d'Arno, wo
Giuseppe Rossi, von der Arbeit des Franzosen F. Cointeraux
beeinflußt, 1973 ein Handbuch über die Stampflehmbauweise
für die Accademia dei Gergofili
in Florenz veröffentlichte.

Die massone-Technik (Wellerbau) kommt vor allem in
Zentralitalien an der adriatischen Küste vor. In den
Regionen der Marche und in Abruzzen trifft man vornehmlich
auf Landhäuser, die in dieser
Bauweise errichtet wurden.

Die adobe-Bauweise ist die in Italien am häufigsten
angewandte. Einige Beispiele finden sich verstreut in der
Provinz Ferrara in der Emilia Romagna, in Cento, in den
landwirtschaftlichen Gebieten von Cento, in den großen
venezianischen Häusern von Padova und in der Übergangszone
zur terra battuta-Region. Gegenden der größten Verbreitung
sind jedoch Kalabrien und Sardinien.

In Kalabrien werden die ungebrannten Steine "breste"
genannt. Blöcke von großem Ausmaß nutzte man zur Errichtung
von Land- wie Stadtgebäuden, sei es in Küstennähe
(Ricadi-Tropea) oder im gebirgigen Binnenland (Melicucca').
Als wichtigsten Bestand und lebendiges Zeugnis dieser
Bauweise trifft man in Sardinien im Tal zwischen Oristano
und Cagliari vollständige historische Dorfzentren in
Adobe-Bauweise, die hier "ladiri" genannt wird. Hier
konstituierte sich 1990 der Verein "Archterra", der sich um
die Sensibilisierung von Bevölkerung und Behörden für den
Lehmbau und um die Rekonstruktion des örtlichen Bestandes
bemüht. Der Verein organisierte praktische Unterweisungen
zum Wiederaufbau und Neubau von Gebäuden, darunter die
Bibliothek von Samassi, die der
Architekt Ignazio Garau plante.

Während man auf Sardinien heute von der Rekonstruktion der
Substanz zum Neubau übergeht, wurden in Alto Adige bereits
verschiedene Gebäude in moderner
Holzskelett-Leichtlehmbauweise errichtet. Hier sind
Architekten tätig, die in
Zusammenhang mit dem Verein ARCHE B stehen.

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Zum Stand des modernen Lehmbaus in Italien

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Im Anschluß an Osvaldo Baldaccis Untersuchung leitete
der Architekt Eugenio Galdieri eine neue, ausgedehnte
Studie für das gesamte Gebiet Italiens an. Sein 1982
erschienenes Buch "Le meraviglie dell'architettura in
terra" (Die Wunder der Lehmbau-Architektur) ist die
erste von einem Architekten verfaßte Darstellung der
Lehmbauweisen in Italien. Zuvor hatten sich Geografen
oder Ethnologen mit diesem Thema befaßt. Galdieri war
Initiator und ist nunmehr Präsident des Vereins
Associazione Italiana dei Cultori dell' architettura in
terra (AICAT), dessen Ziele die Verbreitung der
Lehmbaukunst und der
Gedankenaustausch zwischen Fachleuten sind.

Im Anschluß an die wichtige "Lehm 1994" in Aachen wurden
1995 von AICAT in Meran die ersten Lehmbautage in Italien
organisiert. Die Veranstaltung konnte dank der Arbeit des
ARCHE B-Vereins und der Beratung durch die "Gruppe Lehm" aus
Mailand stattfinden. Diese für Italien bedeutsame Tagung gab
Forschern, Historikern, Unternehmern wie Architekten
Gelegenheit zum Meinungsaustausch. Für die Anstrengungen,
Lehm den Rang eines zeitgenössischen Baumaterials
zurückzugewinnen, war besonders die Gegenüberstellung der
historisch-kulturellen italienischen und der
technisch-ökologischen Annäherung in den
deutschsprachigen Gebieten interessant.

In jüngster Zeit fanden in Italien einige nationale
Tagungen statt: im Juni 1995 in Corridonia, Marche, im
April 1996 in Meran, Trentino, im Dezember 1996 auf
Sardinien, im April 1997 in Mailand und in Novi Ligure,
Piemont, schließlich im September
1997 in Casalincontrada, Abruzzen.

Mit einer neuen Perspektive entwickeln sich zugleich neue
Fragestellungen, die während der letzten Zusammenkünfte
unablässig auftauchten und leider noch nicht beantwortet
werden konnten. Sie sollen
hier wenigstens skizziert werden.

Normen und Gesetze: Bei dieser Diskussion dominiert
die Frage, ob man heutzutage in Lehmbauweise bauen dürfe.
Sie ergibt sich, weil das Labyrinth der italienischen
Bauvorschriften bislang nicht geklärt ist und, abgesehen
von einigen kleinen und regionalen Dekreten, auch keine
klaren Vorstellungen davon bestehen, wie in dieser Situation
zu handeln wäre. Während des letzten AICAT-Kongresses wurde
entschieden, mit Hilfe von Anwälten und Technikern Klarheit
zu schaffen und eine aussagekräftige Interpretation des
gegenwärtigen Zustands einschließlich Vorschlägen für die
Ergänzung örtlicher Bauvorschriften zu erarbeiten.

Technische Probleme: Vielfältige Schwierigkeiten
technischer Natur bedürfen der Lösung durch fachmännische,
aber auch interdisziplinäre Bemühungen. Im einzelnen sind
beispielsweise folgende Fragen zu beantworten: Wie ist bei
strukturellen Schäden zu verfahren? Welche Mischungen sind
für Rekonstruktion und Neubau anzuwenden? Wie findet man
Experten und wie sind sie ausgebildet? Hinsichtlich
technischer Lösungen ist die akademische Forschung
unzureichend, zu kostspielig und zu langsam. Es fehlen
erfahrene Fachkräfte, die Reparaturen rasch und
kostengünstig ausführen könnten. Zudem mangelt es in Italien
an der industriellen Produktion von Lehmbaustoffen
und -materialien beinahe ebenso wie am Vertrieb geeigneter
Werkzeuge und Maschinen. Diese Bedingungen erschweren die
Durchführung umfangreicherer Bauvorhaben erheblich.

Die derzeit am stärksten vorangetriebene Forschung bezieht
sich auf technisches und praktisches Wissen. So werden von
Jahr zu Jahr mehr Architekten-Kurse angeboten. Dennoch
entstanden bislang keine spezialisierten Unternehmen. Gerade
dieser Punkt ist in Augenschein zu nehmen, und vor allem
hier sehen wir in Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit mit
dem Ausland eine wichtige Voraussetzung für eine
beschleunigte Weiterentwicklung des Lehmbaus in Italien.

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Eine menschengerechte Architektur

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"Als
ich Diankouno Dolo befragte, warum die Form der Bauwerke der
Dogon rund sei, verstand er mich nicht; ich wiederholte die
Frage, und also antwortete er: ,Sie sind nicht rund, es sind
viereckige Konstruktionen mit zärtlichen Formen. Der Mensch
stellt sie mit seinen eigenen Händen her; die Hand des
Menschen ist zärtlich, sie kennt nicht die quadratische Form;
übrigens ist auch der feuchte Ziegellehm weich, zärtlich: der
Ziegellehm und die Menschenhand können von daher nicht
anders, als zärtliche Formen schaffen. Die Hand kann keine
exakten Winkel formen, und ebensowenig liebt der Lehm exakte
Winkel. Und auch der Regen ist zärtlich. Der Regen fällt, ihm
gefällt es zu fallen, er ist ein zärtlicher Stoff, dem es
gefällt, zärtlichen Formen zu folgen. Die Hände des Mannes
sind geschaffen die Frau zu liebkosen, und den Regen, und den
Lehm: Dies ist richtig und gut und schön. Und warum sollte
der, der seine Frau streichelt,
nicht auch sein Haus streicheln?'"

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Aus einem Artikel Herman Haans in: Byggekunst, Nr. 2, 1965

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Auch in den Industrieländern ist Lehm unter technischen
Gesichtspunkten noch heute ein Baumaterial, das die
Erfordernisse modernen Wohnens erfüllt. Seine
mechanischen Charakteristika wie seine Bauweisen
garantieren mit konventionellen Materialien und Bauarten
vergleichbare qualitative Leistungen. Der Lehm, neben
anderen Baustoffen in den Produktionszyklus eingetreten,
beeindruckt aber besonders durch Wohnbehaglichkeit und
Umweltverträglichkeit in seinem gesamten Lebenszyklus.
Aber die Lehmbaukultur geht weit über den technischen
Aspekt hinaus. Die Rückgewinnung und Neubewertung dieses
Baustoffs entspricht dem allgemeinen Weg der modernen
Architektur zur Aktualisierung der Bausysteme.

Im Vordergrund der Überlegungen zur Wiederbelebung des
Lehmbaus stehen die äußerst reiche Materialkultur der
Lehmbauweise sowie die positiven Aspekte der starken
Ortsverbundenheit, Gemeinschaft und Kreativität während der
Bauphase. Eine vollständige und reiche Wiederbelebung des
Lehmbaus bedarf der Forschung zur technischen Vereinfachung
und Erleichterung der Baumittel. Dabei muß der lebendige,
kreative Aspekt des Lehmbaus bewahrt bleiben und ebenso eine
Gestaltung gefunden werden, die mit den Erfordernissen der
Gegenwart ausdrücklich übereinstimmt.

Vor allem in Italien könnten die Anerkennung, Würdigung und
Wiederannahme des vorhandenen Lehmbauerbes und die
Überwindung damit zusammenhängender Vorurteile durch die
Entwicklung einer neuen Formensprache unterstützt werden.
Ihre Aufgabe ist es, die positiven modernen Werte des
Lehmbaus auf zeitgenössische Weise zu interpretieren. Dabei
gilt es, den Geist des Lehmbaus zu bewahren und die
technische, verbindende und ausdrucksvolle Gestalt des
Materials neu zu bewerten. Die folgenden Projekte wurden in
Zusammenarbeit mit Andrea Facchi und Tarshito
für "Speciale Terra" ausgeführt und sind Teil eines
Forschungsvorhabens dieser Zielsetzung.

Mailand, Ausstellungsraum von "Speciale Terra",Zona
Navigli: Es handelt sich um ein innenarchitektonisches
Vorhaben, die Umstrukturierung eines Lagers von
200 m2 zum Kunstatelier und Ausstellungsraum
auf zwei Ebenen. Lehm wurde hier für die Verputzarbeiten an
einigen Wänden und Teilen der Decke angewandt, für den
Fußboden und die Realisierung einer Apsis-Skulptur in Form
einer Vase. Lehm wurde als reines Material, sichtbar und
auffallend eingesetzt. Entwurf: Architekten Andrea
Facchi und Tarshito, Ausführung: Barbara Narici und
Kooperative Intermezzo.

Bari, Lehm-Atrium im Appartement einer
Schmuck-Designerin: Ein großes Gefäß aus Holz,
Schilfrohr, Stroh und Lehmerde entfaltet sich im Korridor
der Wohnung. In spiralförmiger Bewegung in Mauernischen
verankert, trennt es den Tag- vom Nachtbereich, betont
das Eingangs-Atrium und richtet sich am Ende des langen
Korridors als eine Apsis auf. Angesichts der aseptischen
Kälte städtischer Räume bietet Lehm eine Möglichkeit, Poesie
und Weisheit eines einfachen und antiken Materials in die
moderne Komplexität zurückzubringen. Die
spielerisch-gemeinschaftliche Atmosphäre in Verbindung mit
anderen künstlerischen Installationen eröffnete die
Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit aktuellen
Bauproblemen, besonders im Hinblick auf den städtischen wie
zeitgenössischen Kontext. Hier wurde versucht, aus den
örtlichen tradierten Erfahrungen zu schöpfen und sie sich
wieder anzueignen. Entwurf: Architekten Andrea Facchi und
Tarshito, Ausführung: Barbara Narici.

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Schönes, sicheres Haus aus Erde

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"Während der letzten zwei Jahrzehnte war ich zunehmend
fasziniert vom Zauber der Elemente Erde, Wasser, Luft
und Feuer; der Magie ihrer Tiefe und der Einheit ihrer
Materie mit unserem Geist. Ich habe mich immer bedankt
für die Weisheit und Lehre der Seemuscheln, die das
Meerwasser umwandeln in Formen, Farben und himmlische
Gewebe, die Struktur eines Muschelhauses, das Genie
einer Biene, die Blumen in Honigwaben verwandelt, die
Magie eines Aprikosenkerns, der die Erde in einen Baum
und Aprikosen umformt. Warum sollten nicht auch wir
Menschen, die vorgeben, nach dem Bild Gottes geschaffen
zu sein, in der Lage sein, ein schönes und sicheres Haus
aus Erde herzustellen? Warum sollen wir Wälder
zerstören, die Welt mit giftigen Produkten verunreinigen
und tragischerweise von Maschinen abhängig sein, um
unsere Häuser zu bauen? Wir müssen das Wesentliche als
unser Ziel bewahren. Wir müssen uns von unseren
Kompromissen befreien." (Nader Khalili: Einfachheit und
Wesen, in: Elements. Newsletter of the Geltaftan
Foundation, Nr. 8/1995,
Cal Earth Apprentice Edition 2)

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Barbara Narici, Cinzia Talamo
(aus dem Italienischen)

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