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Seit 1994 werden in der Abteilung Baukonstruktion
und -technologie (Departamento de Construcción y
Technologia arquitectónicas) an der Fakultät für
Architektur der Universität Madrid verschiedene
regionale Bauweisen erforscht. Die Untersuchungen
umfassen auch Lehr- und Forschungsaktivitäten zur
Verwendung von Lehm als Baumaterial, die sich
folgendermaßen zusammenfassen lassen:

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Seminar "Bauliche Analyse von Kapellen in der autonomen Gemeinde Madrid"
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Seminar "Lehmbauweise in der autonomen Gemeinde Madrid"
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Seminar "Lehmbauweise in der Nordwest-Region von Segovia".
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Diese Lehrveranstaltungen gehören zum Fachgebiet
Konstruktion IV, das während des letzten Semesters des
Architekturstudiums angeboten wird. Als Angebote für
Promovierende gibt es die "Doktoratskurse"

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Landschaftstypische Baumethoden der spanischen Architektur
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Architektur, Archäologie und Erbe
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Nichthistorische Architekturen - Bauliche Analyse
prähistorischer, primitiver und
landschaftstypischer Architekturen.
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Die Untersuchungen zu landschaftstypischen Bauweisen
umfassen Analysen

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der Stampflehmbauweise (Tapial) in der autonomen Gemeinde
Madrid: Klassifizierung der Verfahren und Experimentalbau
mit monolithischem Stampflehm
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des traditionellen Bauens mit Lehmziegelwänden
(Adobe) und Fachwerk
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zur Klassifizierung des Lehmbauerbes in der autonomen
Gemeinde Castilla-La Mancha.
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Vom Spanischen Nationalplan wurden folgende
Forschungsarbeiten finanziert:

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September 1995 bis Mai 1997: "Geeignete Bauverfahren zur
Wiederherstellung und Restaurierung von Stampflehmwänden
des architektonischen Erbes von Madrid"
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September 1997: "Die Bestimmung der energetischen Kosten und
Leistung bei Lehmziegeln, Stampflehmblöcken und Fachwerk zur
Anwendung in Entwicklungsprojekten und in der
Umweltpolitik".
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Die Autoren dieses Beitrags sind Gründer und Mitglieder von
Institutionen und Workshops wie C.I.A.T. (Centro de
Investigación de Arquitectura Tradicional = Zentrum zur
Untersuchung der traditionellen Architektur) und GEINOS,
einer Gruppe zur
Wiederbelebung und Verbreitung der Lehmbauweise.

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Die Stampflehmbauweise in der Region Madrid

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Die Verwendung von Lehm als Baumaterial ist in einem
großen Teil der Region Madrid verbreitet. Sie ist in
verschiedenen Anwendungen und Baumethoden nachweisbar.
Im südlichen Teil der Provinz Madrid reihen sich entlang
der Flußtäler von Tajña, Henares und Jarama viele
Lehmbauwerke. Stampflehmwände findet man ehesten im
Südosten, während im Westen häufig mit
Lehmziegeln ausgefülltes Fachwerk anzutreffen ist.

Während der oben erwähnten Forschungen zur Klassifizierung
der Bauverfahren wurde auch eine Studie zur Dokumentation
und Analyse des Architekturerbes in der Region Madrid
angefertigt, um die Ergebnisse der Dirección General de
Arquitectura (Generaldirektion für Architektur) und der
Dirección General de Patrimonia Histórico Immueble
(Generaldirektion für das immobile historische Erbe) der
Region zu übermitteln. Bei dieser Arbeit halfen uns
Studenten des Abschlußsemesters, die am Seminar über
Lehmbauweisen teilnahmen. Eine Arbeitsgruppe dokumentierte
die Dörfer, in einer zweiten beschäftigten sich die
Studenten vor Ort mit
Merkmalen, Schäden und Restaurierungsverfahren.

Wir beschränken uns in diesem Beitrag auf die Ergebnisse
dieser Arbeit, die die regionale weit verbreitete
Stampflehmbauweise (Tapia) betreffen. Wir unterscheiden
grundsätzlich zwei Hauptgruppen. (1.) Monolithische Wände:
Hier ist das Mauerwerk trotz Unterschieden in der
Zusammensetzung des Lehms und bei der Ausführung der
Verbindungsstellen homogen. (2.) Gemischte Wände mit
Stampflehmteilen zwischen vertikalen
Verstärkungen ("machones") aus anderem Material.

In der ersten Gruppe finden sich Tapia aus natürlichem
Bodenmaterial, Tapia verstärkt mit Kies, Bruchstein oder
anderem Material, Tapia mit verstärkten Vorderseiten, Tapia
mit verstärkten Verbindungsstellen und Tapia mit verstärkten
gekrümmten Verbindungsstellen ("brencas"). Die zweite Gruppe
umfaßt Tapia mit Ziegel- oder Lehmziegelverstärkungen,
Tapia mit
Gipsverstärkungen und Tapia mit Rundhölzern.

Nach Erstellung des dokumentarischen Nachweises dieser
unterschiedlichen Tapia-Bauweisen analysierten wir die
vorgefundenen Details. Die gebräuchlichen Bauelemente bei
Lehmbauwerken sind tragende Wände. Fundamente sind immer
als eine Verlängerung der Wand unter dem Bodenniveau
ausgeführt. Die Wanddicke ist gleichmäßig und liegt
normalerweise zwischen 60 und 80 cm. Grundmauern sind meist
als Steinmauerwerk ohne Fugen oder mit einem Kalk- oder
Lehmmörtelbett gebaut. Oft ist dem Mauerwerk Steinschutt
aus Ziegeln oder Dachziegeln zugesetzt.

Die Grundmauern erheben sich zumeist als Sockel über das
Bodenniveau. Das ist eines der wichtigsten Elemente bei
Lehmwänden zum Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit und
Spritzwasser. Der Sockel ist 50-100 cm hoch und erstreckt
sich mitunter bis zur Höhe des ersten Geschosses, so daß
die Wand erst in ihrem oberen Teil in Lehmbauweise übergeht.
In Wänden mit vertikaler Verstärkung aus Ziegeln besteht
häufig auch der Sockel aus diesem Material. Mitunter werden
Ziegel auf dem Natursteinmauerwerk verwendet, um eine ebene
und waagerechte
Unterlage für den gestampften Lehm zu erhalten.

Ecken sind infolge ihrer geringen Beständigkeit gegenüber
Erosion sehr anfällig und werden daher mit seltenen
Ausnahmen verstärkt. Es war üblich, Ecken aus Mauerwerk in
gleicher Weise wie das Fundament oder den Sockel zu bauen,
nämlich mit Gips, Ziegeln oder Lehmziegeln. Im Unterschied
zu den verstärkten Wänden sind sie jedoch sehr
erosionsanfällig. Seltener wurden die
Ecken aus großen Natursteinen geformt.

Die Fußböden sind bei der traditionellen Bauweise recht
einfach ausgeführt. Holzbalken tragen mit Steinschutt oder
Lehm bedeckte Bretter oder Gipswölbungen. Allerdings ist die
Verbindung zwischen Balken und Wänden wegen der geringen
Festigkeit unter Punktlasten häufig eine gefährliche Stelle.
Um dieses Problem zu lösen, wird ein die Last verteilender
Ringträger längs der Wand angebracht. Der Träger liegt, um
hn vor jahreszeitlich bedingtem Wechsel von Feuchtigkeit und
Temperaturen zu schützen, an der Innenseite der Wand.
Bisweilen wird er durch eine Kalk-Lehm-Mörtelbettung
ersetzt, die nicht nur die Last verteilt, sondern auch die
Wandoberfläche glättet, um die Balken richtig zu stützen. In
Stampflehmwänden mit eingezogenen Rundhölzern ist es üblich,
die Balken zwischen zwei Trägern anzubringen. Der erste,
über der Wand angebrachte Träger stützt die Balken, der über
den Balken
liegende zweite die oberen Rundhölzer.

An der Verbindungsstelle zwischen Wänden und Dach treten
zwei Probleme auf. Sie betreffen, wie die Verbindung
Fußboden-Wand, die Lastübertragung. Zwischen Wand und Dach
verursacht die Neigung des Daches einen horizontalen Druck
in der Wand, der schwerlich auf die Fundamente zu übertragen
ist. Um ihm entgegenzuwirken, werden Ringträger oder Träger
mit hölzernen Spannriegeln oben auf den Wänden angebracht.
Eine anderes Problem stellt sich am Giebelende, das das
Regenwasser ableiten und die Durchfeuchtung der Wände
verhindern muß. Dafür finden sich verschiedene Lösungen.
Entweder werden die Balken oder Balkenroste ("grider") so
angebracht, daß sie über die Wandfläche hinausragen, oder
es werden spezielle Holzelemente ("canecillos") über den
Ringträgern angebracht, die aus der Wand herausragen. In
diesem Fall werden Ziegel- oder Dachziegelreihen einander
überlappend angeordnet.

Öffnungen in den Lehmwänden werden - ähnlich wie die Ecken -
mit festem Material verstärkt. Es gibt eine Vielfalt von
Verfahren dafür. Die üblichste Praxis bei monolithischen
Wänden ist, das Fenster in der Außenfläche anzubringen und
so den inneren Fensterbankwinkel der Öffnung zu schützen.
Stürze und Schwellen sind aus Holzplanken oder Wulstleisten,
manchmal aus einem großen Naturstein. Es ist üblich, Seile
oder Schnüre um die Holzelemente zu wickeln, um die Haftung
des meist mit Kratzmustern verzierten Putzes zu verbessern.

Putz ist notwendig, um die Wände vor Erosion und Wasser zu
schützen. Traditionell war Schlick, vorzugsweise von einem
Tonboden, das Material für einen gut wasserbeständigen Putz.
Dieses Material wurde mit Stroh vermischt, um die Haftung zu
verbessern und ein Schrumpfen oder Reißen zu verhindern.
Kalk ist ein weiteres typisches Material, das entweder als
Mörtel gemischt oder als Schlämme auf den Schlick
aufgetragen wurde.

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Typische Bauschäden an traditionellen Lehmbauwerken

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Der von uns zusammengestellte Katalog typischer Schäden
an traditionellen Lehmbauwerken - z.B. Risse,
Erosionsschäden, Feuchtigkeit, Verlust der
Putzschichten - umfaßt im einzelnen:

Risse bringen die Gefahr der Wasserinfiltration mit
sich und erscheinen an den Verbindungsstellen zwischen
verschiedenen gestampften Blöcken oder zwischen diesen und
den Verstärkungen aus anderen Materialien. Sie werden durch
Schrumpfung des gestampften Lehms beim Trocknen verursacht,
durch Setzung oder wärmebedingte Veränderungen der Wände.
Eine weitere charakteristische Stelle, an der Risse
auftreten, sind Stürze oder Fensterbrüstungen.

Erosion: Wenn Wände keinen Putz haben, sind sie
besonders erosionsgefährdet. Die durch Regen oder Wind
verursachte Erosion ist wegen der Unterschiede in der
Verfestigung der Schichten zwischen dem oberen und unteren
Teil jeder Lage leicht feststellbar. Auch Pflanzen oder
Insekten, die sich in den Wänden festsetzen, sobald die
Putzschicht gerissen ist, verursachen Erosionen, was
ebenfalls typisch ist.

Feuchtigkeit: Wegen der hohen Wasserdurchlässigkeit
der Wände treten häufig Feuchtigkeitsflecken als Folge aus
dem Boden aufsteigender oder anders zugeleiteter
Feuchtigkeit (Kapillarität und Infiltration) auf. Die
Kapillarität beginnt unten an der Wand, setzt sich in
waagerechter Linie fort und führt zum Verlust der
Putzschicht. Das Problem wird oft mit einem Zementputz
behandelt. Dringt jedoch weiter Wasser ein, wird es in die
Wände eingeschlossen und steigt bis zur früheren Höhe, so
daß neue Flecke erscheinen. Die Wasserinfiltration durch
Regen, Risse in der Wand oder Schäden der Dachrinnen führt
zum Zerfall des Materials, zu reduzierter Festigkeit und zum
Abbröckeln.

Verlust der Putzschichten kann durch Verwendung
ungeeigneter Materialien oder achtlose Ausführung auftreten
und zieht mangelnde Elastizität oder Haftung nach sich, was
zu Schäden in den tragenden Wänden führen kann (z.B. Risse).
Auch sind Zementmörtel wesentlich starrer als der Lehmgrund
und lösen sich daher leicht,
wenn sie nicht in mehreren Lagen aufgetragen werden.

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Tests und Verfahren zur Stabilisierung von Stampflehm

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Die Forschungen zu diesem Thema wurden in Kopperation
mit der nichtstaatlichen Organisation "Interaccion"
durchgeführt. Ihr Hauptziel war es, experimentell eine
spezifische Methode zur Restaurierung der Lehmbauwerke
in ganz Spanien zu entwickeln. Schwerpunkt war die
Entwicklung neuer Verfahren zur Restaurierung von
Stampflehmgebäuden. Dafür werden neue Materialien und
traditionelle Verfahren auf ihre Praxistauglichkeit
geprüft, und zwar wird erstens in einer vergleichenden
Analyse die Verträglichkeit verschiedener Materialien
und das Verhalten von Lehm getestet, der mit
verschiedenen wasserbeständigen Materialien stabilisiert
wurde. Zweitens werden in Laborversuchen Modelle von
ehmwänden geprüft, um festzustellen, ob die erzielten
Ergebnisse den realen Baubedingungen genügen.

Frühere Untersuchungen erhalten gebliebener Gebäude haben
erwiesen, daß Wasser die Hauptursache für die Verwitterung
der Lehmbauwerke ist. Darum konzentriert sich das
Prüfprogramm auf Tests, bei denen Wasser wirkt, was eine
erste Klassifizierung der Produkte je nach ihrer Reaktion
auf Wassererosion erlaubt. In anderen Prüfungen (z.B.
Festigkeit) wurde verglichen, ob die Anwendung dieser
spezifischen Produkte nachweisbare Veränderungen im
Verhalten von Wänden bewirkten, die mechanischen Einflüssen
ausgesetzt sind. Grundlage der Tests war die von der
Architektin M. Nava Hung in ihrer Dissertation
(Lehmbaumaterial-Verfestigung durch Verwendung
wasserbeständiger Produkte. Experimente im historischen
Stadtzentrum von Alcalá de Henares) verwendete theoretische
Methodik und Dokumentation. Die Arbeit entstand unter Prof.
Dr. Juan Monjo in unserer Abteilung.

Die Laboruntersuchungen wurden in der Abteilung
Baukonstruktion und -technologie entwickelt und umfassen:

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Befeuchtungs- und Trocknungstest (Prismen, 4 x 4 x 16 cm)
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Gefrier- und Auftautest
(Zylinder, 12 cm Durchmesser x 15 cm Höhe)
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Druckfestigkeit
(Würfel, 7 x 7 x 7 cm)
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Tropftest
(Ziegel, 20 x 20 x 2,5 cm).
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Die Anfertigung der Musterstücke und der Wände erfolgte in
Navapalos, dem Versuchszentrum von Interaccion,
ebenso die Freilanduntersuchung zum

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Wettererosionstest (Ziegel, 20 x 20 x 2,5 cm) und zu einem
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beschleunigten Regenerosionstest
(Wände, 50 cm Stärke x 100 x 100 cm).
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Für den beschleunigten Erosionstest wurden 22 Wände in
zwei Kreisen von 5 m Durchmesser aufgestellt, in deren
Mitte sich jeweils ein die Oberflächen der Wände stetig
besprühender Regner befand. Beim Errichten der Wände
stellte man vier unterschiedliche Konservierungsniveaus
her. In Gruppe 1 wurden Stabilisatoren mit dem
Bodenmaterial gemischt, in Gruppe 2 die Produkte
aufgelöst oder mit Wasser gemischt. Die Prüfung der
Produkte zum Oberflächenputz erfolgte in Gruppe 3; in
Gruppe 4 sollte der Schutz durch das traditionelle
Bausystem selbst geschaffen werden (eine Kalkschicht
zwischen den Lagen). Die meisten der ausgewählten
wasserbeständigen Produkte stammen wegen der weltweiten
Verbreitung von der Firma SIKA, obwohl auch seltener
verwendete Produkte geprüft wurden, z.B. Olivenöl und
andere Substanzen, Dodigen und auch
Estabiram, die aus Erdöl gewonnen werden.

Die Tests erfolgten gemäß den ASTM-Normen
D-557 "Befeuchtungs- und Trocknungstest für verdichtete
Boden-Zement-Mischungen" und D-560 "Gefrier- und
Auftautest". Für andere, nicht genormte Tests
gibt es einige empirische Festlegungen.

Als Konsequenzen für den praktischen Lehmbau können festgehalten
werden:

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1. |
Die
traditionellen Gebäude zeigen, daß Wassererosion in unserer
Region die Hauptursache von Schäden an Lehmwänden im
allgemeinen und an Stampflehmbauten im besonderen ist.
Verglichen damit stellt mangelnde Festigkeit kein Problem
dar, weil Stampflehmwände so gestaltet sind, daß sie ihre
Stabilität behalten. Schäden infolge übermäßiger Belastung
oder mangelnder Festigkeit werden selten beobachtet. Wir
haben deshalb jenen Testergebnissen, die sich auf die
Wirkungen von Wasser beziehen (z.B. Nässen und Trocknen,
Gefrieren und Auftauen, Betropfen oder Beregnen) höhere
Bedeutung eingeräumt als den
auf Festigkeitsleistungen bezogenen.
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2. |
Es ist
möglich, bestimmte Handelsprodukte zu verwenden, um eine
bessere Leistung von Stampflehmwänden zu erzielen, obwohl
diese Produkte ursprünglich nicht für diesen Zweck
hergestellt wurden (es handelt sich meist um
Zement- und Betonstabilisatoren).
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3. |
Um die
Festigkeit von Stampflehmwänden zu verbessern, ist es ratsam,
diese Produkte vor dem Stampfen mit dem Lehm zu vermischen.
Für denkmalpflegerische Zwecke reicht es aus, die
Wasserbeständigkeit durch Auftragen von Schutzschichten zu
verbessern.
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4. |
Die im
Labor mit einigen Produkten erzielten Ergebnisse ähneln sich
sehr stark. Allerdings müssen die erzielten Verbesserungen
durch länger andauernde Beobachtung bestätigt werden, bevor
sie auf Bauwerke angewendet werden können. Dies gilt für
Sikalatex, ein Produkt, das man dem Wasser zugibt, um Lehm
mit einem Volumenverhältnis 1 Teil Sikalatex auf 15 Teile
Wasser zu mischen. Sikalatex mindert die Wasserabsorption
und -erosion und erhöht leicht Druckfestigkeit und Härte. Ein
anderes Produkt ist Dogiden, das in einem Verhältnis von 1
Teil Dodigen und 9 Teilen Wasser zugemischt wird. Es erhöht
die Festigkeit, hat aber nur geringe Leistung gegen
Wassererosion. Andere geprüfte Produkte, wie Sikacem, Sika 1,
Sikalite oder Estabiram, haben eine gute Leistung bei der
Festigkeit, zeigen aber eine starke Erosion. Sie verringern
die Wasserabsorption nicht, so daß sie nicht als
empfehlenswert zur Stabilisierung von Stampflehm angesehen
werden können.
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Produkte und Gemische, die in geprüften Wänden verwendet wurden,
führten zu folgenden Ergebnissen:

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Kalk, Zement und Kalk-Zement-Mischungen, dem Lehm vor dem
Stampfen zugesetzt, ergeben eine größere Festigkeit. Zudem
erodieren sie unter versprühtem Wasser nicht zu stark, obwohl
die Absorption ziemlich hoch ist, besonders in Verbindung mit
Zement. Wir können sagen, daß ihre Anwendung nicht angebracht
ist, wenn Wände über längere Zeit der Einwirkung von Wasser
ausgesetzt sind.
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Eine mit Schwefel, Kalk und Paraffin in Verbindung mit Wasser
stabilisierte Spezialwand zeigte ein extrem gutes Verhalten.
Dies steht im Gegensatz zu Laboruntersuchungen, bei denen
Schwefel-Lehm-Gemische eine sehr geringe Druckfestigkeit und
hohe kapillare Absorption zeigten. Es kann vorkommen, daß
Paraffin Schwefel stabilisiert und deshalb bessere Ergebnisse
erzielt werden. Doch fehlen dazu weitere Untersuchungen, die
eine praktische Anwendung rechtfertigen könnten.
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Gips hat eine starke Wasserabsorption, so daß seine Verwendung
im Gemisch mit Lehm nicht empfohlen wird, obwohl er bei
traditionellen Verfahren als Mörtel erforderlich ist, um Steine
und Steinschutt zur Herstellung von Verstärkungen zu verbinden.
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Olivenölzusatz verringert die Wasserabsorption, verändert jedoch
nicht die Erosion und Festigkeit. Die Ergebnisse sind nicht
ausreichend gesichert, so daß eine Anwendung zur Verbesserung
von Stampflehmwänden vorerst nicht empfohlen werden kann.
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Luis Maldonado Ramos

Fernando Vela Cossio

Francisco J. Castilla Pascual

(aus dem Spanischen)

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