LEHMBAUKONTOR BERLIN/BRANDENBURG

Wer wir sind, was wir machen


Der gemeinnützige Verein LehmbauKontor Berlin/Brandenburg versteht sich als Impuls- und Ideengeber im Bereich des ökologischen Bauens mit dem Schwerpunkt Lehmbau, des Lehmbaus in allen Facetten seiner Anwendungen und Bedeutung.

Ende 1991 haben Jörg Depta, Burkard Rüger und andere den Verein gegründet, um die Verbreitung des Lehmbaus und des ökologischen Bauens in unserer Region zu fördern. Das LehmbauKontor ist offen für alle Einzelpersonen, Gruppen, Vereine und Firmen, die unsere Ziele unterstützen. Wenn viele dies durch ihre Mitgliedschaft tun, bedeutet das Anerkennung und Absicherung unserer ehrenamtlichen Arbeit. Von den rund 40 Mitgliedern beiten mehr als die Hälfte im Baubereich, im Vorstand Burkard Rüger mit Siggi Müller und Manfred Drach zusammen.

Das LehmbauKontor ist keine Baufirma. Wir freuen uns über erfolgreiche Betriebsgründungen in unserem Umfeld, die wir nach Kräften unterstützen. Unsere wichtigste Aufgabe sehen wir darin, an einem Netzwerk des Erfahrungsaustauschs zwischen Firmen, Planern und Bauherren mitzuwirken.


Lehm und nicht nur Lehm

Das LehmbauKontor versteht sich als Lobbyist für den Baustoff Lehm, einen Baustoff, hinter dem keine zahlungskräftige Baustoffindustrie steht: Lehm in der Denkmalpflege, beim ökologischen Bauen, Lehm als tragender oder nichttragender Baustoff ganzer Lehmhäuser, Lehm in vielen Kombinationen mit anderen ökologisch sinnvollen Baustoffen.

Gemessen an den Zielen und Notwendigkeiten ist die Umsetzung eher bescheiden. Ein Bewußtsein für die Qualitäten der alten Bauweisen und die notwendigen Mittel zur ihrer sachgerechten Erhaltung sind nur ansatzweise vorhanden, ebenso wie ihre neue Erfindung für die heutige Zeit. Sie wachsen jedoch mit jeder gut durchgeführten Rekonstruktion und jedem Neubau, in dem sich die Menschen wohl fühlen.

Jeder, der mit offenen Augen durch die Dörfer und Städte in unserer Region fährt, sieht den Wettlauf mit dem Verfall. Wir sind uns mit der Denkmalpflege einig, daß die Fachwerk- und Massivlehmhäuser im Bestand dauerhaft und fachgerecht nur mit traditioneller und neuer Lehmbautechnik saniert und modernen Wohnbedürfnissen angepaßt werden können. Für viele Bauherren und ihre Planer ist eine fachliche Beratung und Anleitung zur Selbsthilfe hierbei genauso wichtig wie staatliche Förderprogramme.

Unser Anliegen ist es, Produktions- und Beratungsmöglichkeiten zu schaffen, die zu einer bescheidenen, aber stetigen Erhöhung von Angebot und Nachfrage und zu mehr sinnvoller Arbeit führen.


Beratung und Öffentlichkeitsarbeit

Einen großen Teil unserer Alltagsarbeit macht die Beratungstätigkeit aus. Die häufigsten Fragen sind: "Woher bekomme ich Lehm?", "Welche Lehmbaustoffe sind auf dem Markt?", "Wie finde ich Fachfirmen?", "Wie kann ich mein altes Fachwerkhaus besser dämmen?" und "Wie werde ich Lehmbauerin oder Lehmbauer?"

Wir bieten kostenlose Erstberatung von Bauwilligen und ihren Planern, Ratschläge zur Baustellenorganisation, Anleitung und Schulung von Selbsthelfern und Bauhandwerkern. Neben publizistischer und Vortragstätigkeit führen wir Seminare zu den verschiedenen Lehmbautechniken durch, und wir bemühen uns um die Belebung der (fach-)öffentlichen Diskussion. Im Laufe er Jahre haben wir ein umfangreiches Archiv aufgebaut.


Seminare

Unsere Seminare bieten einen Überblick über die Materialeigenschaften des Lehms und Prüfverfahren, historische Lehmbautechniken bei Fachwerkhäusern, Leichtlehmtechniken für Neubau und Rekonstruktion und die Entwicklung des Lehmbaus in den letzten Jahren. An ihnen nehmen jeweils 10-20 Personen teil, von denen ein guter Teil aus Bauberufen kommt oder in der nächsten Zeit selbst mit Lehm bauen will. Durchgeführt werden sie von den Dozentinnen und Dozenten des LehmbauKontors Irmela Fromme, Khuda Dad Khademi, Marianne Loof, Burkard Rüger und anderen.

Die Wochenendkurse beginnen Freitag nachmittag in der Werkstatt Linienstr. 127. Nach einem einführenden Vortrag vermitteln wir mit den gängigen Handprüfverfahren den ersten Kontakt zum Lehm. Samstag und Sonntag sind Praxistage, ergänzt durch (Dia-)Vorträge zur Fachwerksanierung, zu modernen Lehmbautechniken, konstruktiven Details und Fragen der Teilnehmer.


Lehmbaugespräche und Vorträge

Wir bieten seit 1991 mittlerweile regelmäßig jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr in der Werkstatt des LehmbauKontors für alle Interessierten Vorträge zu Themen rund um den Lehmbau an, ausgenommen die Winterpause im Januar und der Ferienmonat im Sommer. Anschaulichkeit und offene Gesprächsform führen abei zu einem gemeinsamen Lernen von Vortragenden und Zuhörern.

Als Themen wurden/werden von 1991 bis Ende 1998 behandelt: Bericht Lehmbausiedlung LEG Saar etc. - Lehmbauvorhaben in der Region - Lehmbauprojekte in Norddeutschland - Neubausiedlung Schöneiche - Moderner Lehmbau und Energiesparen - Energiesparendes Bauen mit Naturbaustoffen - Bericht Exkursion CRATerre - Bau von (Lehm-)Grundöfen - Gemeinschaftshaus Kinderbauernhof - Lehmbau in der Denkmalpflege - Brettstapelbauweise (Projekt Nauen) - Bauen mit Lehm in Afghanistan - Bericht Exkursion Hjortshøj bei Aarhus - Selbsthilfeprojekt Kastanienallee 77 - Heiztechnik für Ökohäuser - Lehmbau in Indien - FAL, Lehmbau in Mecklenburg- Vorpommern - Rekonstruktion eines Pfarrhauses (Lehmpatzenbau) - Lehmkuppelbau bei Hannover - Bauen mit Lehm in Brandenburg und Berlin - Die Bauvorhaben der Fa. Lehmhaus - Dämmen oder Speichern: Bauphysik - Massivlehmbau in Auroville, Südindien - Bauphysik von Lehmwänden - Spielerischer Umgang mit Lehm - "Lehmbauregeln", Stand der Diskussion - Lehmputz, Technik und Gestaltung - Lehmbau in sozialen Projekten - Lehmbau in Mecklenburg-Vorpommern, Firma Lehmklut - Ist tragender Lehmbau möglich? - Heizen und Klimatisieren in der Denkmalpflege - Brandversuche bei Lehmbaustoffen - Ausbildung, Weiterbildung, Kurse - Entwicklung eines Hanf-/Flachssteins - Bau eines Hauses mit Holzleichtlehm.

Da wir nie Mangel an interessanten Themen und Vortragenden haben, setzen wir diese Reihe fort. Ein Programm schicken wir auf Wunsch gerne zu.


Exkursionen und mehr

Ein wichtiger Bestandteil unseres eigenen Lernens sind die Erfahrungen, die andere gemacht haben. Deshalb sind Kontakte und freundschaftliche Beziehungen zu Projekten und Betrieben auch für uns sehr wichtig. Neben regelmäßigen Baustellenbesuchen fuhren wir im September 1995 nach Südfrankreich zu "CRATerre" und zur Lehmbausiedlung "L'Isle d'Abeau" bei Lyon und im Mai 1996 zur Lehmbausiedlung Hjortshøj, einem sozial-ökologischen Projekt bei Aarhus.

1992 und 1993 haben wir zwei Lehrgänge zum ökologischen Bauen/Lehmbau konzipiert und durchgeführt und 1996 an einem Gutachten für die LASA mitgearbeitet.

LEHMBAUKONTOR BERLIN/BRANDENBURG, Verein zur Förderung des ökologischen Bauens, Postanschrift: Taborstr. 20, 10997 Berlin-Kreuzberg, Telefon 030/611 50 06, Werkstatt: Linienstr. 127, II. Hof, 10115 Berlin-Mitte

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